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Psychotraumatalogie

Unmittelbar nach einem traumatischen Erlebnis zeigen nahezu alle betroffenen Personen Stresssymptome unterschiedlicher Art und Ausprägung, die auf die außergewöhnlichen körperlichen und psychischen Belastungen zurückzuführen sind. Die psychische Beanspruchung übersteigt bei weitem den Rahmen alltäglicher Erfahrungen, da sie eine radikale Verletzung der seelischen und körperlichen Integrität eines Menschen bedeutet.

Die Überforderung potentiell vorhandener Bewältigungsstrategien lassen Betroffene mit tiefer Verunsicherung auf die wahrgenommene Hilflosigkeit und Handlungsunfähigkeit reagieren. Damit verbunden ist zumeist ein Zusammenbruch des psychischen Gleichgewichts, weshalb der Akutversorgung des Traumatisierten ein besonderer Stellenwert zukommt. Ziel ist es, eine möglichst rasche Stabilisierung und Besserung des psychischen Zustands zu erreichen, um bestehende Ressourcen zu stärken, einen adäquaten Erholungsprozess anzustoßen und die emotionale Verarbeitung einzuleiten.

Bleibt jedoch der Verarbeitungsprozess in der Vermeidung des Geschehens stecken
- d.h. in dem Versuch, die Erfahrung oder Teile davon zu verdrängen, zu verleugnen oder abzuspalten - kann es zu einer Scheinanpassung bei nachhaltiger Erschütterung des individuellen Selbst- und Weltverständnisses und damit zur Entwicklung anhaltender Symptombildungen, chronischer körperlichen Beschwerden, Süchten (wie Alkohol und Medikamente) und psychischer Störungen (z.B. Depressionen, Ängste u.a.) kommen.

Für eine gelungene Verarbeitung des Traumas ist daher entscheidend, dass eine möglichst vollständige, geordnete Erinnerung durch einen angemessenen Dialog zwischen Konfrontation und Vermeidung (als Schutzfunktion vor Reizüberflutungen) zur Integration der traumatischen Erfahrung in die eigene Lebensbiographie gewonnen werden kann.

Traumatherapeutische Maßnahmen der psychologischen Stabilisierung haben stützenden, lösungs- und ressourcenorientierten Charakter:

  • Stärkung der inneren Sicherheit und Selbstkompetenz der/des Betroffenen
  • Umgang mit belastenden Symptomen und deren Reduktion in Intensität und Häufigkeit
  • Förderung des Erholungs- und Verarbeitungsprozesses
  • Integration der traumatischen Erfahrung durch kontrolliertes Nacherleben und Ordnung des Geschehenen zur Gewinnung einer möglichst vollständigen Erinnerungseinheit
  • Prävention von Folgestörungen